Sole ist Wasser, in dem Salze gelöst sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort vor allem stärker kochsalzhaltiges Wasser. Eine einzige, für alle Fachgebiete gültige Konzentrationsgrenze gibt es dabei nicht.
Im deutschen Kur- und Heilwasserwesen gelten jedoch konkrete Begriffsbestimmungen: Wasser kann dort die konventionelle Bezeichnung „Sole“ führen, wenn es mindestens 5,5 Gramm Natrium und 8,5 Gramm Chlorid pro Liter enthält. Das entspricht stöchiometrisch ungefähr 14 Gramm Natriumchlorid pro Liter.

Was bedeutet der Begriff „Sole“?
Der Duden beschreibt Sole als Wasser mit einem stärkeren Gehalt an Kochsalz. Sprachgeschichtlich geht das Wort auf das Niederdeutsche zurück; das mittelniederdeutsche sole bezeichnete Salzbrühe.
In technischen, geologischen und historischen Zusammenhängen wird „Sole“ breiter verwendet als nur im Kurwesen.
Für die Einordnung ist der Kontext entscheidend. Die Grenzwerte des Deutschen Heilbäderverbandes gehören zu dessen Qualitätsstandards für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen und sollten nicht als allgemeines chemisches Naturgesetz verstanden werden.
Was bedeuten Prozent, Gramm pro Liter und andere Konzentrationsangaben?
Bei Sole ist neben der Zahl immer die Einheit entscheidend. Ein Massenanteil in Prozent beschreibt, wie viel Salz bezogen auf die Gesamtmasse einer Lösung enthalten ist. 10 Prozent Massenanteil bedeuten beispielsweise 10 Gramm Salz in insgesamt 100 Gramm Lösung.
Eine Angabe in Gramm pro Liter (g/l) bezieht die Salzmenge dagegen auf das Volumen der fertigen Lösung. Prozentwerte und Angaben in g/l lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres gleichsetzen. Wer verschiedene Konzentrationen vergleichen möchte, sollte zuerst prüfen, welche Bezugsgröße und welche Einheit verwendet werden.
Wie sich Prozent, g/l und g/kg unterscheiden und wie sich solche Angaben umrechnen lassen, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Salzkonzentration bei Sole: Was Prozent, g/l und g/kg bedeuten“
Wie entsteht natürliche Sole?
Natürliche Sole kann entstehen, wenn Grundwasser mit salzhaltigem Gestein in Kontakt kommt und lösliche Salze aufnimmt.
Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg beschreibt diesen Vorgang anschaulich am Beispiel der früheren Salzgewinnung bei Rottweil: Grundwasser löste dort Teile eines unterirdischen Steinsalzlagers, das salzhaltige Wasser wurde anschließend als Sole gefördert.
Wichtig ist, das Alter der Salzlagerstätte vom Alter des Wassers zu unterscheiden. Die Gesteinsschichten können sehr alt sein. Im Raum Rottweil entstanden Steinsalzablagerungen des Mittleren Muschelkalks vor rund 240 Millionen Jahren. Daraus folgt aber nicht, dass das heute darin zirkulierende oder geförderte Wasser genauso alt ist.
Kann Sole auch technisch hergestellt werden?
Ja. Beim sogenannten Solverfahren wird Wasser in eine Salzlagerstätte eingebracht. Das Salz löst sich, die entstandene Sole wird anschließend abgepumpt. Diese Grundidee findet sich auch in modernen Verfahren.
Ein konkretes Beispiel beschreibt Salinen Austria für die eigene Siedesalzgewinnung: Wasser wird über Bohrlochsonden in salzhaltiges Gestein eingebracht, löst dort Salz und die gewonnene Sole wird wieder an die Oberfläche gefördert. Dieses Beispiel zeigt ein technisches Verfahren zur Solegewinnung; es ist keine allgemeingültige Beschreibung jeder Saline.
Besteht Sole immer nur aus Wasser und Kochsalz?
Nein. Eine angesetzte Kochsalzlösung besteht im Wesentlichen aus Wasser und Natriumchlorid. Bei natürlichen Wässern hängt die Zusammensetzung dagegen vom geologischen Umfeld und vom Fließweg des Wassers ab. Das LGRB weist darauf hin, dass sich tiefes Grundwasser entlang seines Weges durch die Anreicherung mit Mineralien und Spurenstoffen verändert.
Natürliche Solen können deshalb neben Natrium und Chlorid weitere gelöste Bestandteile enthalten. Ein konkretes Beispiel ist die veröffentlichte Wasseranalyse des Solebads Bad Wimpfen: Dort werden neben Natrium und Chlorid unter anderem Kalium, Calcium, Magnesium, Iodid und Sulfat ausgewiesen. Welche Stoffe in welchen Mengen vorkommen, muss für die jeweilige Quelle betrachtet werden.
Was passiert, wenn Sole verdunstet?
Verdunstet Wasser aus einer Salzlösung, bleibt der gelöste, nicht flüchtige Salzanteil zurück. Dadurch steigt die Salzkonzentration der verbleibenden Lösung. Genau dieses Prinzip wurde historisch in Gradierwerken genutzt: Sole wurde über mit Schwarzdorn gefüllte Gefache verrieselt, damit Wasser verdunsten und die Lösung vor dem Sieden stärker konzentriert werden konnte.
Die Konzentration steigt dabei nicht unbegrenzt. Bei 20 °C liegt eine gesättigte Natriumchloridlösung bei ungefähr 26 Massenprozent Salz. Ist die Sättigung erreicht und verdunstet weiteres Wasser, kann Natriumchlorid auskristallisieren. Das Gradieren war damit ein Zwischenschritt der historischen Salzgewinnung, bevor die konzentrierte Sole weiterverarbeitet wurde.
Ist Sole dasselbe wie Salzwasser?
Die Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht in jedem Zusammenhang austauschbar. „Salzwasser“ ist ein sehr allgemeiner Ausdruck für Wasser mit gelösten Salzen. „Sole“ wird häufig für stärker salzhaltige Lösungen oder in bestimmten technischen, geologischen und historischen Zusammenhängen verwendet. Im Kur- und Heilwasserwesen kommen zusätzlich die dort festgelegten Mindestgehalte an Natrium und Chlorid hinzu.
Häufige Fragen zu Sole
Ist jede Sole natürlich?
Nein. Sole kann natürlich vorkommen oder technisch erzeugt werden, indem Wasser Salz aus einem Gesteinskörper löst.
Ist Sole immer gleich zusammengesetzt?
Nein. Besonders natürliche Solen können sich je nach Herkunft und geologischem Umfeld deutlich unterscheiden. Deshalb sollte die Zusammensetzung immer für die jeweilige Quelle oder Lösung betrachtet werden.
Was bedeutet eine zehnprozentige Sole?
Wenn damit ein Massenanteil von 10 Prozent gemeint ist, enthält die Lösung 10 Gramm Salz in insgesamt 100 Gramm Lösung. Steht dagegen eine Angabe in Gramm pro Liter, handelt es sich um eine andere Bezugsgröße.
Ab welchem Salzgehalt spricht man von Sole?
Eine einzige, für alle Fachgebiete gültige Grenze gibt es nicht. Im deutschen Kur- und Heilwasserwesen kann Wasser die konventionelle Bezeichnung „Sole“ führen, wenn es mindestens 5,5 Gramm Natrium und 8,5 Gramm Chlorid pro Liter enthält.
Fazit
Sole ist eine salzhaltige wässrige Lösung, deren genaue Einordnung vom fachlichen Zusammenhang abhängt. Sie kann natürlich entstehen oder technisch erzeugt werden. Konzentrationsangaben brauchen eine klare Bezugsgröße, und natürliche Solen können sich in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden. Dass sich Sole durch Verdunstung konzentrieren lässt, machte sie über Jahrhunderte zu einem wichtigen Ausgangsstoff der Salzgewinnung.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information.