Es beginnt wie jedes Jahr. Ein Kratzen im Hals, ein Druck hinter den Augen, ein Frösteln, das sich nicht abschütteln lässt. Nur: Dieses Jahr ist etwas anders. Früher. Heftiger. Die Wartezimmer sind voll – und zwar nicht nur mit älteren Menschen, sondern auch mit Kindern, jungen Erwachsenen, Menschen, die normalerweise kaum krank werden. Was dahintersteckt: Eine neue Grippe-Variante macht gerade die Runde. Und während die Medien darüber berichten, spielt sich im Körper etwas ab, das die meisten völlig unterschätzen. Es geht um unsere Schleimhäute in Nase, Rachen und Bronchien. Ob sie feucht oder trocken sind, macht jetzt den entscheidenden Unterschied – zwischen gesund bleiben und krank werden.
Die neue Grippe-Variante – warum sie sich schneller verbreitet
Die Grippe, die gerade umgeht, ist vom Typ H3N2. Dieser Grippetyp ist nicht neu – er existiert seit den 1960er Jahren. Aber er hat eine besondere Eigenschaft: Er verändert sich ständig. Deshalb muss auch der Grippeimpfstoff jedes Jahr angepasst werden.
Im Sommer 2025 ist in Asien eine neue Variante aufgetaucht, die Fachleute "Subklade K" nennen. Sie hat sich genetisch so stark verändert, dass unser Immunsystem sie nicht mehr so gut erkennt. Das bedeutet: Selbst wenn Sie geimpft sind oder letztes Jahr schon Grippe hatten, können Sie sich trotzdem anstecken. Ihr Körper sieht dieses Virus nicht als alten Bekannten, sondern eher als neuen Eindringling.
In Deutschland wurde diese neue Variante im August 2025 das erste Mal nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich rasant aus. Im Dezember machte sie bereits zwei Drittel aller Grippefälle aus. Das Besondere: Die Grippewelle hat dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen – normalerweise startet sie zwischen Weihnachten und Neujahr. Dieses Mal ging es schon Anfang Dezember richtig los.
In England, wo die Welle noch früher begann, war es Ende November bei Schulkindern besonders heftig: Fast 40 Prozent der getesteten Kinder hatten Grippe – ein außergewöhnlich hoher Wert für diese Jahreszeit. Und das liegt nicht daran, dass sich weniger Menschen impfen lassen. Es liegt an der Variante selbst. Sie ist einfach ansteckender. Jeder Kranke steckt im Schnitt mehr Menschen an als bei normalen Grippeviren. Und das sorgt dafür, dass die Welle schneller und steiler verläuft.
Schützt die Grippeimpfung überhaupt noch?

Das fragen sich gerade viele. Die ehrliche Antwort: Ja, aber nicht perfekt. Der Grippeimpfstoff wurde im Februar 2025 zusammengestellt – da kannte man diese neue Variante noch nicht. Deshalb passt der Impfstoff nicht ganz genau. Die Antikörper, die Ihr Körper nach der Impfung bildet, erkennen das neue Virus nicht so gut.
Aber – und das ist wichtig – die Impfung wirkt trotzdem. Erste Ergebnisse aus England zeigen: Bei Kindern und Jugendlichen verhindert die Impfung in 70 bis 75 Prozent der Fälle, dass sie ins Krankenhaus müssen. Bei Erwachsenen sind es 30 bis 40 Prozent. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es ist normal für Winter, in denen H3N2-Viren dominieren. Und vor allem: Die Impfung schützt weiterhin vor schweren Verläufen, vor Lungenentzündungen und vor den wirklich gefährlichen Komplikationen.
Besonders anfällig sind gerade jüngere Menschen und Kinder. Warum? Weil ihr Immunsystem noch nicht so viele verschiedene Grippeviren kennengelernt hat. Ihr Körper hat noch kein breites Repertoire an Abwehrstoffen aufgebaut. Deshalb erkranken diese Altersgruppen jetzt häufiger – das sehen wir in den Arztpraxen und Schulen deutlich.
Ihre Schleimhäute – die erste Abwehr gegen jedes Virus
Während alle über Impfungen und Antikörper sprechen, passiert im Körper etwas viel Einfacheres – aber unglaublich Wichtiges. Bevor ein Grippevirus überhaupt tief in Ihren Körper eindringen kann, muss es eine Barriere überwinden: Die Schleimhaut in Nase, Rachen und Bronchien.
Diese Schleimhäute sind mehr als nur eine feuchte Oberfläche. Sie sind eine hocheffektive Schutzschicht. Stellen Sie sich vor: Auf den Schleimhäuten liegt ein dünner Film aus Schleim. In diesem Schleim sitzen Millionen winziger Flimmerhärchen, die sich etwa 16 Mal pro Sekunde bewegen – wie eine Welle im Stadion. Diese Härchen schieben den Schleim samt aller gefangenen Viren, Bakterien und Staubpartikel kontinuierlich nach oben in Richtung Rachen. Dort schlucken wir das Ganze, und die Magensäure macht die Erreger unschädlich. Dieser geniale Mechanismus heißt in der Fachsprache "Selbstreinigung der Lunge".
Aber – und das ist der Knackpunkt – dieses System funktioniert nur, wenn die Schleimhäute feucht sind. Und genau hier beginnt das Problem im Winter.
Draußen ist die Luft kalt und trocken. Wenn wir sie einatmen, erwärmt sie sich in den Atemwegen – dabei wird sie noch trockener. Gleichzeitig läuft drinnen die Heizung auf Hochtouren und entzieht der Raumluft zusätzlich Feuchtigkeit. Das Ergebnis: In vielen Wohnungen sinkt die Luftfeuchtigkeit im Winter unter 30 Prozent. Das ist so trocken wie in einer Wüste. Optimal wären 40 bis 60 Prozent.
Bei niedriger Luftfeuchtigkeit trocknen die Schleimhäute aus. Der schützende Schleimfilm wird zäh und dick. Die Flimmerhärchen können sich nicht mehr richtig bewegen. Die Selbstreinigung stockt. Und dann haben Viren plötzlich viel mehr Zeit, sich festzusetzen und in die Zellen einzudringen. Viren, die normalerweise binnen Minuten abtransportiert würden, bleiben jetzt haften. Dazu kommt: Trockene Schleimhäute sind gereizt, entzündet und anfälliger. Die lokale Abwehr wird schwächer.
Warum das gerade jetzt so wichtig ist

Die neue Grippe-Variante verbreitet sich schneller als frühere Viren. Das bedeutet: Überall, wo Menschen zusammenkommen – im Büro, in der Bahn, beim Einkaufen – ist die Wahrscheinlichkeit größer, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Die Viruslast in der Luft ist höher. Jedes Gespräch, jeder Handschlag birgt ein größeres Risiko.
In dieser Situation wird Ihre erste Abwehrlinie – die Schleimhaut – zu einem wichtigen Faktor. Eine feuchte, intakte Schleimhaut kann dazu beitragen, Viren effektiv abzufangen und wegzutransportieren, noch bevor sie tiefer eindringen können. Eine trockene, gereizte Schleimhaut hingegen ist durchlässiger und geschwächter. Der Unterschied kann mit darüber entscheiden, wie gut Ihr Körper mit eindringenden Viren umgehen kann.
Dazu kommt noch etwas: Bei trockener Luft passiert auch draußen etwas Gefährliches. Die winzigen Tröpfchen, die kranke Menschen beim Husten oder Sprechen ausstoßen, schrumpfen. Sie werden leichter, schweben länger in der Luft und können weiter getragen werden. Gleichzeitig bleiben Grippeviren bei trockener Luft länger ansteckend. Bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent hingegen werden die Viren schneller unschädlich gemacht, die Tröpfchen sinken rascher zu Boden, und die Ansteckungsgefahr sinkt.
Das zeigt: Feuchte Schleimhäute schützen nicht nur Sie selbst. Sie helfen, die Ausbreitung der Grippe insgesamt zu bremsen. Je weniger Menschen sich anstecken, desto langsamer verbreitet sich das Virus – und desto weniger überlastet ist unser Gesundheitssystem.
Was Sie jetzt konkret tun können

Die gute Nachricht: Sie sind dem nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt einfache Dinge, die Sie sofort umsetzen können, um Ihre Schleimhäute zu schützen und Ihre natürliche Abwehr zu stärken.
Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit. Ein einfaches Hygrometer (gibt es ab 10 Euro im Baumarkt oder online) zeigt Ihnen, wie trocken Ihre Raumluft wirklich ist. Der ideale Bereich liegt bei 40 bis 60 Prozent. Liegt der Wert darunter, sollten Sie handeln. Lüften Sie regelmäßig – drei bis fünf Minuten mit weit geöffneten Fenstern reichen. Das tauscht die Luft aus, ohne dass die Räume komplett auskühlen.
Wenn das nicht ausreicht, können Luftbefeuchter helfen. Achten Sie aber auf Hygiene – manche Geräte können bei falscher Nutzung Bakterien verteilen. Einfache Verdunster sind oft die bessere Wahl als Geräte mit heißem Wasserdampf.
Trinken Sie ausreichend. Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßte Tees am Tag. Das hält nicht direkt die Atemwege feucht, aber es unterstützt den ganzen Körper dabei, genug Schleim zu produzieren und das System am Laufen zu halten.
Entdecken Sie die Kraft von Salz. Salz hat eine besondere Eigenschaft, die schon seit Jahrhunderten bekannt ist: Es zieht Feuchtigkeit an und kann helfen, festsitzenden Schleim zu lösen. Vielleicht haben Sie schon mal gehört, dass Menschen mit Atemwegsproblemen ans Meer fahren oder in Salzgrotten gehen? Das hat einen guten Grund.
Wenn Salzpartikel in die Atemwege gelangen, können sie Wasser binden und dazu beitragen, zähen Schleim zu verflüssigen. Dadurch kann er leichter abtransportiert werden. Salz kann die Selbstreinigung der Lunge unterstützen – die Flimmerhärchen können besser arbeiten. Zudem werden Salz von Natur aus entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben. Die Atemwege können beruhigt werden, Schwellungen können zurückgehen.
Für den Alltag gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Nasenspülungen mit Salzlösung können helfen, die Nase zu befreien und können dazu beitragen, Viren auszuspülen. Vor allem abends nach einem Tag unter Menschen eine wohltuende Maßnahme.
Salzinhalationen mit einem Vernebler bringen feine Salzpartikel bis tief in die Bronchien. Besonders hilfreich, wenn Sie schon erste Anzeichen einer Erkältung spüren oder zu Atemwegsproblemen neigen.
Salzhaltige Raumluft – und hier wird es interessant für alle, die etwas kontinuierlich Unterstützendes suchen. Es gibt heute kompakte Geräte, die nach dem Prinzip alter Gradierwerke (wie man sie aus Kurorten kennt) arbeiten: Mini-Salinen für zu Hause. Sie reichern die Raumluft über natürliche Verdunstung mit feinen Salzpartikeln an – ganz sanft, im Hintergrund, ohne dass Sie etwas tun müssen. Keine Filter, keine Chemie, einfach Salz und Wasser.
Der Vorteil: Anders als bei einer akuten Inhalation, die Sie gezielt bei Beschwerden machen, arbeitet so ein Gerät kontinuierlich. Ihre Atemwege werden permanent mit salzhaltiger Luft versorgt – beim Schlafen, beim Arbeiten, beim Entspannen. Gerade für Familien mit Kindern, für Menschen mit Asthma, COPD oder chronischen Atemwegsproblemen kann das eine wohltuende Ergänzung sein. Aber auch für alle, die vorbeugen wollen und ihre Schleimhäute in diesem Winter optimal schützen möchten.
Ihre Schleimhäute sind Ihre beste Verteidigung
Diese neue Grippe-Variante wird nicht die letzte sein. Grippeviren verändern sich ständig – das ist ihre Natur. Aber aus jedem Winter können wir lernen. Und die wichtigste Lektion lautet: Der beste Schutz beginnt nicht erst mit der Impfung oder der Tablette. Er beginnt mit der Pflege Ihrer ersten Abwehrlinie – den Schleimhäuten in Nase, Rachen und Bronchien.
Feuchte, gesunde Schleimhäute sind kein Luxus. Sie sind eine biologische Barriere, die Tag für Tag Tausende von Viren abfängt, ohne dass Sie es überhaupt merken. Sie arbeiten rund um die Uhr, im Stillen, unermüdlich. Aber wenn Sie sie vernachlässigen – durch trockene Heizungsluft, zu wenig Flüssigkeit, fehlende Aufmerksamkeit –, dann versagt diese Barriere. Und plötzlich haben Viren leichtes Spiel.
Gerade in einem Winter wie diesem, wo eine besonders ansteckende Grippe-Variante zirkuliert, ist jede Maßnahme wertvoll. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten, regelmäßig lüften, viel trinken – das sind keine spektakulären Dinge. Aber sie funktionieren. Und sie sind für jeden machbar.
Viele Menschen entdecken gerade die natürliche Kraft von Salzluft neu. Was früher bedeutete, ans Meer zu fahren oder teure Salzgrotten zu besuchen, ist heute im eigenen Zuhause möglich. Eine Mini-Saline arbeitet leise im Hintergrund, verdunstet salzhaltige Lösung und reichert die Raumluft kontinuierlich mit feinen Salzpartikeln an. Ganz natürlich, ohne Strom verschwenden, ohne komplizierte Technik.
Der Effekt: Ihre Atemwege können durchgehend unterstützt werden – nicht nur, wenn Sie akut inhalieren, sondern den ganzen Tag über. Schleim kann gelöst werden, die Selbstreinigung kann besser funktionieren, Entzündungen können beruhigt werden. Für Familien mit Kindern, die häufig erkältet sind. Für Menschen mit Asthma oder COPD, die ergänzende Unterstützung suchen. Für alle, die im Homeoffice sitzen und merken, wie trocken die Luft ist. Aber auch einfach für jeden, der diesen Winter gesünder überstehen möchte.
Am Ende geht es nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, achtsam zu sein. Die Signale des Körpers wahrzunehmen. Zu merken, wenn die Nase brennt, der Hals kratzt, die Lippen rissig werden – und dann zu handeln. Denn in diesen kleinen Momenten entscheidet sich oft mehr, als wir denken.
Nicht die großen Maßnahmen machen den Unterschied. Sondern die kleinen, konsequenten Schritte. Ein Hygrometer aufstellen. Ein Glas Wasser mehr trinken. Salzhaltige Luft atmen. Das klingt simpel – aber genau darin liegt die Kraft. In einem Winter wie diesem können solche Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zu Ihrem Wohlbefinden leisten.
Ihre Schleimhäute sind Ihre beste Verteidigung. Geben Sie ihnen, was sie brauchen. Sie werden es Ihnen danken.
(Bildquelle: Envato)
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen oder bestehenden Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Die beschriebenen Maßnahmen sind als ergänzende Unterstützung zu verstehen und ersetzen keine ärztliche Behandlung.